Infos zur Rechtslage

TouchLife Praktiker dürfen selbständig tätig sein!

Wer darf in Deutschland andere Menschen anfassen? Darf man jemanden gegen Bezahlung massieren, auch wenn man nicht zu den staatlich anerkannten Heilberuflern gehört, also kein Masseur, Physiotherapeut, Krankengymnast oder Arzt ist?

Dies sind wichtige Fragen, deren eindeutige Beantwortung ganz besonders für die in den letzten Jahren wachsende Gruppe von Behandlern Bedeutung haben, die (noch) keinen medizinischen Grundberuf haben. Diese Behandler haben z.B. ganzheitlich ausgerichtete Massagekenntnisse an privaten Massage- und Körpertherapieinstituten wie der TouchLife-Schule erworben und wenden diese selbständig an.

Die TouchLife-Schule hat seit 1989 die Rechtsgrundlagen in Bezug auf die erlernte Methode präzise ermittelt und konsequent eingehalten, um die Erlaubnisfreiheit der Ausübung zu gewährleisten. Die im Folgenden aufgeführten Rechtsgrundlagen sind in den Lehrbücher, Broschüren und Informationsmaterialien, mit denen unsere Schüler arbeiten, eingearbeitet. Im Unterricht werden alle Formulierungen, die bei der selbständigen Ausübung zu beachten sind, erklärt. Es geht aber nicht nur darum, bestimmte Begriffe vermeiden und anderen nutzen zu lernen, um keine Konflikte mit HP's oder Amtsärzten zu riskieren, sondern tatsächlich um die Fähigkeit, selbst entscheiden zu können, was eine verantwortungsvolle Anwendung der Massagetechniken innerhalb des gesetzlichen Rahmens, bedeutet. Diese Befähigung erwerben unsere Schüler.

Wichtig ist und bleibt der fachübergreifende Austausch und offene Dialog, die kollegiale Zusammenarbeit aller Behandler, die etwas geben können und helfen möchten, auf der schulmedizinischen Seite einerseits und natürlich auch im Bereich der vorbeugenden, begleitenden und entspannenden Zuwendungstechniken, die im Wellnessbereich angeboten werden. Diese Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Massage zu fördern ist ein wichtiges Anliegen der TouchLife-Schule, an der sich seit 27 Jahren sowohl medizinische Berufler (Masseure, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Psychologen, Physiotherapeuten, Ärzte) als auch Laien in der ganzheitlichen TouchLife Massage ausbilden lassen.

Während im medizinischen Anwendungsbereich (medizinische Praxen, Krankenhäuser und Kurkliniken) nur staatliche anerkannte Heilberufler tätig werden können, ist im Präventiv-, Wellness-, kosmetischen oder komplementären Massagebereich die Massage auch ohne Verschreibung eines Arztes durch Behandler erlaubt, die keinen medizinischen Grundberuf innehaben. Vorraussetzung:

  • Die Massage richtet sich an gesunde Menschen und stimuliert die Selbstregulationskräfte des Empfangenden bzw. erreicht eine allgemeine Entspannung.
  • Keine fälschliche Annahme eines der geschützten Berufstitel (z.B. Masseur)
  • Keine Heilungsversprechen abgeben, nicht diagnostizieren und kranke, pathologische Zustände generell nicht behandeln bzw. im Zweifel zur Abklärung an einen Mediziner verweisen.
  • Die Selbständigkeit wird entweder als freiberufliche Tätigkeit oder als Gewerbe ordentlich angemeldet.

Aufgrund einer vor einigen Jahren durch einen Amtsarzt hervorgerufenen Diskussion hat die TouchLife-Schule im Sinne ihrer Schüler Stimmen von Regierung, Verbänden und Institutionen eingeholt, die die Ausübung der TouchLife Massage durch medizinische Laien voll legitimieren. Folgender Brief ging an

  • verschiedene Behörden
  • Hessische Verwaltung (Regierungspräsident in Darmstadt)
  • Bundesministerium für Gesundheit
  • Deutscher Verband für Physikalische Therapie & die Industrie- und Handelskammer

Anfrage
Ich möchte Sie bitten, mir eine rechtsverbindliche Auskunft zu geben, wie es sich mit der Ausübung der Massage für Gesunde (im Sinne von vorbeugender Behandlung, Entspannungs- und Wellnessmassage ...) verhält, wenn diese "Gesundmassage" von nicht-medizinischen Behandlern angeboten wird.

Wie Sie vielleicht wissen, gibt es derzeit in Deutschland eine (stark wachsende) Vielzahl solcher nicht-medizinischen Massage-Praktiker, welche ihre Massagekenntnisse auf privaten Massageschulen erworben haben und die im Präventiv- und Wellnessbereich, z.B. in Hotels, Fitness- und Saunainstituten oder Schwimmbädern, als mobiler Massagedienst oder auch in eigenen Behandlungsräumen eine Massagedienstleistung erbringen, die sich an gesunde Menschen richtet, die aus individuellen Gründen eine Massage von diesen Praktikern erhalten möchten.

Es handelt sich also nicht um die medizinische Massage auf Anweisung des Arztes, die auf Krankenschein erbracht und abgerechnet wird, sondern um eine Form der Dienstleistung, für die der Kunde/Klient selbst aufkommt. Ich schätze bundesweit sind schon einige zehntausend Menschen dabei, sich in diesem Bereich eine sinnvolle berufliche Existenz aufzubauen, und diese Perspektive interessiert mich persönlich auch sehr.

Geschützt sind meines Wissens nach nämlich in Deutschland lediglich die Berufsbezeichnungen Masseur, Physiotherapeut, Krankengymnast, nicht jedoch die Leistung selbst, also die Bezeichnung Massage. Deshalb ist es meiner Meinung nach erlaubt, dass - nennen wir sie hier einfach mal Massage-Praktiker - Leute, die nicht zu den genannten Berufen gehören, eine Massage-Dienstleistung anbieten, solange sie nicht fälschlicherweise einen der geschützten Berufstitel annehmen und ansonsten natürlich in Wort und Tat diese Grenzen kennen und einhalten: keine Heilungsversprechen abgeben, nicht diagnostizieren und kranke, pathologische Zustände generell nicht behandeln bzw. im Zweifel zur Abklärung an einen Mediziner verweisen.

Über eine klärende Stellungnahme Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.
Freundliche Grüße von Frank B. Leder,
Staatl. gepr. Masseur, Massage-Lehrer und Leiter der TouchLife-Schule in Hofheim

 

  • Stellungnahme von Dr. Bretschneider, vom 27.7.1999 Amtsarzt des Main-Taunus-Kreises, ltd. Medizinaldirektor:
    ... " danach sind bei Durchführung einer derartigen Tätigkeit weder eine Anmeldung beim Gesundheitsamt noch eine Überwachung durch uns erforderlich."
  • Stellungnahme des Regierungspräsidiums in Darmstadt vom 16. Juli 1999:
    ... "wie Herr Leder in seinen Ausführungen vom 27. Mai 1999 richtig bemerkt, handelt es sich hier um eine Massagedienstleistung, die sich an gesunde Menschen richtig und zu reinen Entspannungszwecken (Wellnessbereich) durchgeführt wird. Dafür ist weder eine staatliche Anerkennung als Masseur, noch eine Heilpraktikererlaubnis erforderlich."

  • Stellungnahme Dr. jur. E. Boxberg, vom 10. Juni 1999 Justitiar des Deutschen Verbandes für Physikalische Therapie VTP, München:
    ... "Durch das Gesetz über die Berufe in der Physiotherapie wird die Berufsbezeichnung (z.B. Masseur/in) geschützt, nicht aber eine bestimmte berufliche Tätigkeit. Ich beispielsweise als Jurist bin durch die Berufsgesetze nicht gehindert, eine Massage auszuüben. ... Ich gehe davon aus, es handelt sich bei der von Ihnen geschilderten Massage um eine der sogenannten Sport-, Gesund- oder Wohlbefindesmassagen, die nur dem Gesunden angeboten werden. In diesem Falle sehe ich für den Ratsuchenden bzw. Unterstützung Suchenden keine gesundheitliche Gefahr und ebenso keine gesundheitliche Gefahr für die Allgemeinhait, so dass abschliessend gesagt werden kann, dass die von Ihnen beschriebene Tätigkeit keiner Erlaubnis bedarf."
  • Stellungnahme des Bundesministerium für Gesundheit vom 21. Juni 1999:
    ... "Im Rahmen der sog. Wohlbefindensmassage (Wellnessbereich) gilt: Hierbei werden keine Krankheiten, Leiden oder Körperschäden behandelt, so dass es sich nicht um Heilkundeausübung handelt. Wohlbefindensmassagen dürfen daher von Masseuren durchgeführt werden. Da das Masseur- und Physiotherapeutengesetz, das die Ausbildung zu dem Beruf des Masseurs regelt, diesem keine Tätigkeiten vorbehält, dürfen auch andere Personen Wohlbefindensmassagen durchführen."
  • Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer IHK Frankfurt vom 17. Juni 1999:
    ... "Wir haben Ihre Anfrage, ob Laienbehandler Massagen an Gesunde geben dürfen, sowohl mit dem Deutschen Verband für Physiotherapie als auch mit dem Verband für physikalische Therapie erörtert. Beide teilten uns mit, dass bestimmte Berufsbezeichnungen rechtlich geschützt sind. Nicht geschützt ist hingegen die Tätigkeit. So können Sie sich beispielsweise als Sporttherapeut oder als, wie Sie es nennen, Laienbehandler für Massagen selbständig machen. Nach Aussage der beiden Verbände bestehen keine rechtlichen Vorschriften. Es liegt allein im Ermessen des Kunden, sich von Ihnen privat massieren zu lassen."
  • Niedersächsisches Ministerialblatt Nr. 43/1998 zum Thema Heilweisen:
    Dies ist ein behördliches Mitteilungsorgan, welches uns vorliegt, nach dem sich z.B. Gesundheitsämter in der Durchführung ihrer Maßnahmen zu richten haben. In Nr. 43/1998 wird definiert, welche (alternativen) Methoden zu den heilkundlichen Methoden und welche zu den nicht-heilkundlichen Methoden gezählt werden.

In dieser Aufstellung werden intuitive Massagen und "Massageanwendungen nach ..." (z.B. auch die TouchLife Massage nach Leder & von Kalckreuth) eindeutig zu den nicht-heilkundlichen Methoden gezählt. Die TouchLife-Schule lehrt eine Massagemethode, die sich namentlich eindeutig auf die Begründer dieser Massage, nämlich Leder & von Kalckreuth, bezieht. Dass bedeutet, dass Behandler, die bei der TouchLife-Schule gelernt haben und diese Methode anwenden, dazu keine Heilpraktikerbefähigung benötigen. Einerseits bedeutet das, dass man solche Anwendungen nicht über Krankenkassen abrechnen kann. Andererseits aber, und für unsere Methode ist dieser Aspekt deshalb umso wichtiger, leitet sich daraus ab, dass solche (Massage-) Methoden keine medizinischen Behandlungen sind, sondern vorbeugende, allgemein entspannende oder kosmetische Anwendungen. Und genau diese dürfen auch von Laien, die keine medizinische Ausbildung haben, ausgeführt werden - selbstverständlich auch gegen Honorar. Es ist zwar denkbar, dass in anderen Bundesländern eventuell abweichende Definitionen getroffen werden können, jedoch liegt uns derzeit keine anders lautende Auflistung vor.
      
Empfehlungen
Wir hoffen, dass Ihnen die Informationen zum Thema der Rechtsgrundlagen weiterhelfen konnten. Die Angaben sind nach bestem Wissen jedoch ohne Gewähr zusammengestellt worden und vom Bundesministerium für Gesundheit mit Schreiben vom September 2002 auf Gültigkeit hin bestätigt worden. Diese Ausführungen können im Einzelfall jedoch keine individuelle Rechtsberatung ersetzen, für die Sie sich an einen Juristen Ihrer Wahl wenden müssen.

Zusammengestellt von Frank B. Leder

 
Die Weitergabe dieses Artikels in Schriftform ist NICHT gestattet. Dies begründet sich in der Sorge, dass sich Dritte auch dann noch auf Informationen der TouchLife-Schule beziehen, wenn sich Rechtsgrundlagen geändert und wir entsprechend diese Internet-Seite aktualisiert haben. Gerne dürfen Sie diesen Artikel aber weiterempfehlen.

 

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